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Stand: 04.08.2015

Pressemitteilung

Bundestagung der Caritas-Konferenzen Deutschlands e. V.

Vertreter(innen) CKD-Gruppe St. Lukas, Fulda und Christa Brand, CKD-BundesvorsitzendeVertreter(innen) CKD-Gruppe St. Lukas, Fulda und Christa Brand, CKD-BundesvorsitzendeCKD-Bundesverband

Wachstum: Ein neuer Knoten wurde mit der feierlichen Aufnahme der neuen CKD-Gruppe St. Lukas aus Fulda in das CKD-Ehrenamtsnetz geknüpft. Der Bundesverband ist damit in 18 Diözesen vertreten. Besuchsdienste im Krankenhaus und zu Hause, für Neuzugezogene und Geburtstagskinder sowie Fahrdienste gehören zu den angebotenen ehrenamtlichen Diensten. Christa Brand, CKD-Bundesvorsitzende beglückwünschte die Vertreter(innen) der CKD-Gruppe nach der einstimmigen Aufnahme durch die Mitgliederversammlung. Noch vor Ort wurde im Anschluss die Vernetzung mit benachbarten CKD-Verbänden auf den Weg gebracht. Mit weiteren Netzwerkknoten im Bistum Fulda wird gerechnet.

Vernetzung: Die Kunst des Netzwerkens lautete das Leitthema der diesjährigen Bundestagung. "Das Netzwerken ist eine Kernfunktion für gelingende Arbeit von Ehrenamtlichen", unterstrich Margret Kulozik, CKD-Bundesgeschäftsführerin. Vor genau zehn Jahren hatte sich der Verband für ein Netzwerkkonzept entschieden, was seine Weiterentwicklung zu einem modernen Ehrenamtsnetzwerk erkennbar geprägt hat. Für die nächste Dekade wurde der Blick der Delegierten vor allem auf das Netzwerken mit verschiedenen Akteuren im Sozialraum gelenkt.

Die Vorteile eines funktionierenden Netzwerks von Ehrenamtlichen zeigen sich gerade jetzt bei den aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingsarbeit. Viele CKD-Ehrenamtliche engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit und sind herausgefordert, sich mit anderen Engagierten auf kommunaler Ebene zu vernetzen. "Netzwerke ermöglichen mehr Hebelwirkung, mehr Wirksamkeit. Gute Netzwerker stehen praktisch nie allein da. Sie bauen überall Stützpunkte auf. Die Beziehungen zwischen Personen sind ein Vermögen", so die Referentin, Elisabeth Michel-Alder von Human Potential Development, Zürich.

Sorge um Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit: "Die Arbeit mit Migrant(inn)en und Flüchtlingen gehört zu einer langen Tradition im CKD-Ehrenamtsnetzwerk. Die Flüchtlingswelle stellt jedoch alle vor neue Herausforderungen", konstatiert Brand. Die besonderen Herausforderungen der Begleitung Ehrenamtlicher in der Flüchtlingsarbeit verdeutlichte Helga Gotthard, CKD-Diözesanvorsitzende in Paderborn bei der Vorstellung des neu angelaufenen Coaching Modells für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit. "Fluchtgeschichten, Abschiebungen, Anfeindungen von Flüchtlingsgegnern, Überbelastung etc. bringen viele ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit Tätigen an ihre persönlichen Grenzen und darüber hinaus", so Gotthard. "Mit unserem neuen Angebot können Ehrenamtliche für Sie belastende Erfahrungen und Situationen in Zusammenarbeit mit professionellen Coaches besser aufarbeiten."   

Kirche vor Ort: "Was uns unverzichtbar macht" - unter diesem Motto bekräftigten die Delegierten die wichtige Rolle des CKD-Ehrenamtsnetzwerkes für die Zukunft von Kirche und Caritas. Durch die sich vergrößernden Seelsorgeeinheiten in den Diözesen Deutschlands tragen Ehrenamtliche noch viel stärker als bisher dafür Sorge, dass Kirche erlebbar wird. Dort, wo es kein ehrenamtliches caritatives Engagement gibt, fehlt dem Gemeindeleben ein Wesensmerkmal der Kirche. Gerade für dieses soziale Handeln ist es unerlässlich, dass die Ehrenamtlichen nicht in der Vereinzelung untergehen, erschöpft werden oder resignieren. Sie brauchen selbst Gemeinschaftserfahrung unter Gleichgesinnten, müssen sich untereinander vernetzen und ergänzen, brauchen Unterstützung durch Information, Austausch, Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Die CKD haben in dieser Vernetzung von Ehrenamtlichen jahrzehntelange Erfahrung und ermöglichen an vielen Orten, dass der Kirche vor Ort ein Gesicht gegeben wird. Auch in der Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Sozialraums zeigt dies Wirkung.

Einen weiten Bogen für die Delegierten spannte zum spirituellen Abschluss der Veranstaltung Prälat Dr. Stefan Dybowski aus Berlin mit seinen bildhaften Ausführungen zur neuen Enzyklika LAUDATO SI von Papst Franziskus. Papst Franziskus sieht ‚das gemeinsame Haus‘ darin bedroht. Mit Fragen wie: "Wer wohnt mit uns in unserem gemeinsamen Haus?" und "Wie schaffen wir es statt schlechte Luft, eine gute Atmosphäre zu verbreiten?" spannte Dybowski den Bogen von der Ökologie über die Spiritualität zur Ehrenamtsarbeit im CKD-Netzwerk. "Die Lösung liegt nicht nur in den Expertenkreisen, sondern in uns selbst. Es ist vor allem eine Frage der Haltung, mit der wir unser bedrohtes ‚gemeinsames Haus‘ bewahren", so Dybowski.

Die Caritas-Konferenzen Deutschlands e. V. - Das Netzwerk von Ehrenamtlichen sind die verbandliche Organisation der bundesweit 80.000 Ehrenamtlichen, die sich in katholischen Pfarrgemeinden engagieren. Mit Besuchsdiensten, Kleiderkammern, Mittagstischen, Patenschafts-projekten, Begegnungszentren und verschiedenen anderen Projekten engagieren sie sich für ein solidarisches Handeln in der Gesellschaft und für die Teilhabe der Menschen am Rand der Gesellschaft.

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