Mit Schnellbooten den Kurs in die Zukunft bestimmen?

Gruppe Plenum

Dagegen bringen kleine, kurzfristige Maßnahmen in Verbindung mit ganz aktuellen Fragestellungen oder Ereignissen spürbare Veränderungen. Sie erlauben, Wagnisse einzugehen und das Ungewisse zuzulassen. Auf lange Sicht zeigen sich aus der Vielfalt der kleinen temporären Maßnahmen die Veränderungen im großen Ganzen. Zum Vergleich: Ein großer Tanker ändert seine durch den Kapitän vorgegebene Richtung nur sehr schwerfällig und oft erst nach vielen hundert Metern. Setzt er jedoch ein kleines Schnellboot aus um einen Teil seiner "Last" voranzubringen, wird dies schneller geschehen. Der Tanker (oder das große Ganze) kommt dann in seiner eigenen Geschwindigkeit und Wendigkeit nach.

Die Vorstellung, mit Schnellbooten den Kurs in die Zukunft zu bestimmen war für manche ehrenamtliche Vorstände und hauptamtlichen Geschäftsführer(innen) der Diözesanverbände der CKD - dem Netzwerk von Ehrenamtlichen ungewohnt. Für 38 Teilnehmende ging es am 17./18.03.2018 in einem CKD-Workshop in Bensberg darum, diesen zirkulären Ansatz auszuprobieren. Es ging darum herauszufinden, wie mit den vorhandenen Mitteln und Umständen Zukunft in kleinen Schritten experimentiert und gestaltet werden kann. "Mit dem kochen, was im Kühlschrank vorhanden ist, statt zuerst groß einzukaufen" hieß die Devise. Ausgangspunkt waren naheliegende, aktuelle und zum Teil unerwartete Anlässe in den CKD-Welten.

Zahlreiche praktische Beispiele der kleinen Schritte wurden kreiert und als Schnellboote zu Wasser gelassen: "CKD-Lotsen für Entflammte", "Gegen die Vereinsamung nach kurzem Krankenhausaufenthalt", "CKD ganz Ohr (unterwegs)", "Ehrenamtliche zum selbstorganisierten Handeln und zur Selbstvertretung vor Ort gewinnen", "Was haben wir noch nicht im Blick", "Verband verbindet", "Hauptamtliche zu Gast bei Ehrenamtlichen - es gibt immer eine Lösung mehr" sind einige Beispiele. Ob sie in der Praxis gut vorankommen, wird sich zeigen.

Feedbacks teilnehmender Beobachter(innen) aus den Handlungsfeldern Seelsorge in der Gemeinde, junge Menschen, Spiritualität und Caritas halfen, den Anschluss an die Wirkung auf mehr oder weniger Außenstehende zu wahren.

Freiburg, 20.02.2017
Margret Kulozik
Bundesgeschäftsführerin